Pasta & Kino: Das Neue Evangelium

Billige Tomaten im Supermarkt werden meist durch Sklavenarbeit im Süden Europas erzeugt. Wir verkosten Pasta mit fairen Produkten, die
zeigen, wie es anders geht. Im Anschluss zeigen wir den Film „Das Neue Evangelium“ von Milo Rau.

Tomaten ohne Ausbeutung

Tomaten gibt es im Supermarkt das ganze Jahr, immer verfügbar, immer billig und wer will schon genau wissen, woher die roten Früchte kommen? Viele ahnen es: Den wahren Preis für Billiglebensmittel zahlen nicht die Verbraucher*innen an der Kasse, sondern Mensch und Natur, die für Anbau, Ernte und Verarbeitung ausgebeutet werden. No Cap zeigt, dass es auch anders geht.

Die Initiative geht zurück auf Yvan Sagnet, der selbst als Erntehelfer auf den Tomatenplantagen Süditaliens die erbärmlichen Bedingungen kennenlernte. Er kam ursprünglich aus Kamerun mit einem Stipendium zum Studieren nach Italien – und wurde dort zum Aktivisten im Kampf gegen ein kriminelles System der Ausbeutung in der Landwirtschaft. Der Name No Cap bezieht sich auf die skrupellosen Vermittler, sogenannte Caporali, die in Süditalien Tagelöhner für Landwirtschaftsbetriebe unter Migrantinnen und Migranten rekrutieren. Als Rechtlose sind die Arbeiter*innen Gewalt und Willkür ausgeliefert und werden oft genug um den Hungerlohn von ein bis drei Euro pro Stunde auch noch betrogen.

No Cap engagiert sich für Arbeitsrechte, gegen Ausbeutung und mafiöse Strukturen. Der Trägerverein bietet Beratung, organisiert medizinische Versorgung, kümmert sich um Arbeitsverträge und Rechtsberatung und informiert mit Hintergründen, Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit über die Zustände in der Landwirtschaft. Die Bio-Tomaten leisten einen Beitrag zu dieser Arbeit und sind ein Zeichen, solidarisch und menschenwürdig mit Landarbeiter*innen umzugehen.

Mehr zu den Projekten und Hintergründen gibt es unter www.associazionenocap.it

Mafiafreies Land

Auch Libera Terra ist nicht einfach „Bio aus Italien“, sondern eine Marke, die Bio-Qualität, faire Arbeitsbedingungen und die symbolische Rückgewinnung von Mafia-Land miteinander verbindet.

Italienische Kooperativen bewirtschaften Güter, die einst der Mafia gehörten. Was als kleines Projekt in Sizilien begonnen hat, ist inzwischen zu einem internationalen Netzwerk gewachsen. In immer mehr Gegenden in Italien werden vom italienischen Staat beschlagnahmte Ländereien von Sozialkooperativen bestellt. In vielen Ländern Europas, darunter auch Deutschland, sind entsprechende Regelungen jedoch in weiter Ferne.

Mehr zu den Projekten und Hintergründen gibt es unter www.liberaterra.it.

Im Weltladen Augsburg haben wir diese besonderen Bio-Tomaten- und Nudelprodukte übrigens im Sortiment – als ein weiteres Beispiel, wie nötig und wichtig Gerechtigkeit in Handel und Produktion auch in Europa ist.

Pasta & Kino

Wir kochen mit den beiden Produkten Pasta Pomodoro, den beliebten Klassiker der italienischen Küche. Im Anschluss zeigen wir den Film „Das Neue Evangelium“ des Regisseurs Milo Rau, der die Passion Christi im Zusammenhang mit der beschämenden Ausbeutung afrikanischer Geflüchteter und deren Aufstand gegen die Ungerechtigkeit zeigt.

Ein Versprechen kann man bei diesem Film des Regisseurs Milo Rau geben: Er berührt, macht betroffen und aktiviert viel positive Energie. Die verzweifelt schwierige Lebenswelt afrikanischer Immigranten in Matera/Süditalien hat mit dem Alltag der Alteingesessenen praktisch keine Berührung. In diese Situation hinein kommt das Projekt eines neuen Jesus-Films – mit Schauspielern aus Matera und den Landarbeiterghettos.

Fasziniert darf man miterleben, wie unterschiedlichste Motivationen zueinander finden. Im Dreh entsteht eher unbewusst eine Gemeinschaft, in der sich Menschen als Geschwister erkennen. Im Film wie auch real entsteht „NO-CAP“, angestoßen vom Protagonisten Yvan Sagnet.

Anmeldung bis 21.9. unter kabatas@werkstatt-solidarische-welt.de

VERKOSTUNG UND FILM
WANN
Samstag, 26.9.2026
17 Uhr
WO
Umweltbildungszentrum Augsburg
Dr.-Ziegenspeck-Weg 6
EINTRITT FREI

Herzliche Einladung!

Das gesamte Programm der Afrikanischen Wochen 2026 finden Sie hier.

 

 

 

 

 

erstellt am: 21.08.2026 von Julia Kabatas

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