Lesung mit Dr. Stella Nyanzi
Zum Asylpolitischen Frühschoppen kommt im Rahmen der Afrikanischen Wochen Stella Nyanzi nach Augsburg. „Im Mundexil“ bündelt Gedichte der ugandischen Schriftstellerin und Aktivistin, die ebenso poetisch wie hochpolitisch sind. Sie behandeln queeres leben in Ostafrika, geben Kindersoldat*innen eine Stimme, erzählen von Erfahrungen des „White saviourism“ und arbeiten sich kämpferisch an der nicht freiwilligen Entscheidung zum Exil ab. In ihren eindringlichen Texten schreibt Nyanzi über Mut, Freiheit und die Kraft der Sprache.
Stella Nyanzi
Nyanzi, geboren 1974 in Jinja, Uganda, ist Genderforscherin, medizinische Anthropologin, Feministin und Politaktivistin. Sie wurde an der London School of Hygiene and Tropical Medicine promoviert. Derzeit ist sie Stipendiatin des Writers-in Exile-Programms des PEN Deutschland in München sowie Fellow des Center of Ethics and Writing des Bard College/Artists-at-Risk-Connection des PEN Amerika. In ihrem Heimatland wurde sie zweimal in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert, weil sie in ihren Gedichten das ugandische Präsidentenpaar beleidigt hat, das seit 30 Jahren an der Macht ist. Ihr erster Gedichtband No Roses from My Mouth: Poems from Prison wurde 2020 mit dem Oxfam Novib/PEN Award für Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Im Mundexil
In ihren Gedichten zieht sie Parallelen zwischen ihren eigenen Erfahrungen als Kind von Flüchtlingseltern, die seinerzeit vor dem Diktator Idi Amin geflohen sind, und den Erfahrungen ihrer drei eigenen Kinder heute, 40 Jahre später. Ihrer Verletzlichkeit während der Bemühungen, ihren Kindern eine gute Mutter zu sein, stellt sie in der für sie charakteristischen „radical rudeness“ verschiedene Formen von Misswirtschaft, Korruption und Verletzung von Menschenrechten in Uganda gegenüber. Sie beschreibt persönliche Dilemmata, wie ihre leidenschaftlich gestörte Fernbeziehung zu ihrem in der Heimat verbliebenen Geliebten, überhaupt alles Geliebte der alten Heimat und auch das, was ihr in der neuen Heimat missfällt: die Mühe, sich einer anderen Kultur anzupassen, den Kampf um Integration inmitten von kulturellen Differenzen und Sprachbarrieren, ihre Einsamkeit und Anonymität im Exil. Die Gedichte sind Ausdruck der enormen Energie einer bemerkenswerten Frau, die sich durch keine Widernisse dieser Welt entmutigen lässt. Als schonungsloses Zeugnis der Flucht- und Fremdheitserfahrungen der Gegenwart lassen sie den ungebrochenen Willen aufleuchten, in einer freien Welt zu leben und zu schreiben.
Begleitend zeigt der Verein Bantu Uganda Augsburg e.V. eine Fotoausstellung über seine Partnerschaftsarbeit, die Frauen und Kinder in Uganda auf ihrem Weg zu mehr Selbstbestimmung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit stärkt.
LESUNG UND GESPRÄCH
Englisch/Deutsch
WANN
Sonntag, 27.9.2026
11 Uhr
WO
Café Tür an Tür
Wertachstraße 29
EINTRITT FREI
Herzliche Einladung!
Das gesamte Programm der Afrikanischen Wochen 2026 finden Sie hier.
Foto: ©Konrad Hirsch
erstellt am: 20.08.2026 von Julia Kabatas
« Fotoausstellung: EinDollarBrille – Themenabend Tansania: 50 Jahre Partnerschaft »