Schokolade

Süße Adventszeit ohne bitteren Beigeschmack

Adventszeit ist Schokoladenzeit. Deutschland gehört zu den weltweit wichtigsten Märkten für Schokolade. Rund zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte werden in Deutschland zu Süßwaren verarbeitet. Doch das vormalige Luxusgut ist zu einem beliebten Massenkonsumartikel geworden, das oft wenig kostet. Der billige Genuss geht auf Kosten anderer Menschen (vor allem im Globalen Süden) und der Natur. Das Leben vieler Kakaobauernfamilien ist geprägt von Armut, Kinderarbeit, Benachteiligung, Perspektivlosigkeit.

Unsere Fairen Nikoläuse im Weltladen streiken gegen Ausbeutung, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen in der Schokoladen- und Kakaoindustrie.

Streikende Schoko-Nikoläuse

Stattdessen setzen sie sich ein für

  • Faire Bezahlung von Kakaobäuerinnen und -bauern und ihren ArbeiterInnen
  • Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Kakao-Wertschöpfungskette
  • Verbot missbräuchlicher Kinderarbeit
  • Unterstützung von Kakaobäuerinnen und -bauern bei der Umsetzung einer nachhaltigen und diversifizierten Landwirtschaft
  • Mitbestimmung und sichere Arbeitsbedingungen

Was tun?

Schokolade nur aus dem Fairen Handel kaufen

Am besten bei uns im Weltladen, dort gibt es für jeden Geschmack und Anlass etwas: Nikoläuse in verschiedenen Größen, Adventskalender mit Vollmilchschokolade oder Schokofrüchten, Lebkuchen, Pralinen, Schokolade mit weihnachtlichen Gewürzen, Trinkschokolade und vieles mehr.

Politische Petitionen und Kampagnen unterstützen! 

Die Kampagne Make Chocolate Fair (koordiniert vom Inkota-Netzwerk) setzt sich für bessere Lebensbedingungen von Kakaobauernfamilien ein und fordert das Ende missbräuchlicher Kinderarbeit. Das Kampagnenbündnis macht sich für einen nachhaltigen und diversifizierten Kakaoanbau stark, der die Umwelt schützt und gleichzeitig die Einkommenssituation der Kakaobäuerinnen und -bauern verbessert. Die Kampagne Make Chocolate Fair! fordert Schokoladenunternehmen, Kakaoverarbeiter und Regierungen dazu auf ihre Bemühungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Kakaobauernfamilien zu verstärken.

„In der Weihnachtsbäckerei – keine Kindersklaverei“ – mit solchen und ähnlichen kreativen Sprüchen fordert die Kampagne Sweet Revolution von Transfair Deutschland faire Einkommen, gerechte Arbeits- und Produktionsbedingungen und Schluss mit Kinderarbeit. In einem Online-Wettbewerb werden bis zum 6. Dezember die kreativsten Protest-Slogans gesucht, die mit unfairen Bedingungen im Kakaohandel aufräumen.

Lieferkettengesetz gegen Kinderarbeit: SchokoladenherstellerInnen weltweit profitieren schamlos von Kinderarbeit. Auf den Kakaoplantagen in Westafrika arbeiten rund zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen. Sie müssen schwere körperliche Arbeit leisten und sind nicht vor Pestiziden geschützt. Dabei hat sich die Schokoladenindustrie selbst zum Ziel gesetzt, die Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. Ein Lieferkettengesetz in Deutschland würde den Druck auf deutsche Schokoladenhersteller erhöhen, gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorzugehen. Unternehmen wären dazu verpflichtet, die Kinderarbeitsrisiken in ihren Lieferketten zu analysieren, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und über deren Wirksamkeit zu berichten. Sie müssten nachweisen, dass sie alles tun, um Kinderarbeit zu verhindern. Andernfalls würden sie Gefahr laufen, für eingetretene Schäden haftbar gemacht zu werden und Entschädigung leisten zu müssen.

Infos weitergeben

Geben Sie dieses Wissen weiter und setzen Sie sich in Ihrer Schule, Kirchengemeinde, Unternehmen, Familie und Freundeskreis für Faire Schokolade ein. Unterstützung für entwicklungspolitische Bildungsarbeit über Schokolade und Kakao finden Sie bei uns: Globales Lernen. Wir haben vielfältige Materialien zum Ausleihen, Anschauungsmaterial sowie Unterrichts- / Gruppenstundenentwürfe für jede Altersstufe. 


Weitere Tipps für eine nachhaltige Advents- und Weihnachtszeit, haben wir übrigens hier gesammelt: Faire Weihnachten!


Titelfoto (c) Charisse Kenion (Unsplash)

 

erstellt am: 23.11.2020 von Henriette Seydel

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